sich beteiligen und #spenden: Online Fundraising

Ich war vor kurzem bei einem NGO zu Gast. Im Rahmen eines Workshops ging es neben den digitalen Möglichkeiten von Beteiligungen aller Art (Nutzung von Hashtags, Verwendung von thematischen Profilbildern, etc.) auch um das spannende Thema Online-Fundraising. Die Frage stand im Raum: „Was braucht es für Ansätze und Mechanismen um Menschen dazu zu bewegen Geld zu spenden, online?“

Beteiligungen: #Proteste, Bewegungen, Fundraising

Keine einfaches Unterfangen, da dieses Feld mit etlichen Stolperfallen, Hürden und Hindernissen gespickt ist. Meiner Ansicht nach liegt die größten Herausforderung beim Online-Fundrainsing darin, den User nach seiner Entscheidung „Ja, ich möchte gerne spenden“ schnell und gezielt abzuholen. Wenn er erst Formulare mit unzähligen Pflichtfeldern ausfüllen und womöglich noch die Webseite wechseln muss, trifft der Will zum Helfen auf die harte Realität: der vorzeitige Abbruch.

Hier verfolgt  WWF Deutschland einen sehr interessanten Ansatz. Es handelt sich dabei quasi um eine Art Weiterentwicklung der SMS-Spende – also dem Spenden durch das Versenden einer SMS, mit der dem Tarifhalter ein bestimmter Betrag auf der Telefonrechnung abgebucht und der Organisation gutgeschrieben wird. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um eine SMS sondern einen ausdrücklichen Befehl via einer eigens dafür entwickelten Smartphone Applikation:  der Schneekugel.

Kurzbeschreibung: der User lädt sich die App auf sein Smartphone. Mit dem Start der Schneekugel kann er sich zu erst entscheiden, welche Welt er gerne „besuchen“ möchte: Arktis oder Regenwald?

Danach wird dem potenziellen Spender die Welt einer (nicht selbst wählbaren) Tierart gezeigt. Der Betrachter bekommt mittels Animation vorgeführt, wie die Welt eines Orang Utan aussehen sieht oder vielmehr aussehen sollte. Mit dem Befehl „rauszommen“ verändert sich das Bild. Das Tier sitzt tatsächlich in einer Schneekugel, die in einer kargen, abgeholzten Szenerie platziert ist. Mit einem weiteren Klick kann der User aktiv werden und spenden, um diese Lebensräume zu schützen. Der Spender muss lediglich seine Handynummer eintippen und ihm werden in der nächsten Telefonrechnung 10,- Euro abgebucht, die an das WWF weitergeleitet werden. So der Plan….

Schneekugel, WWF Deutschland

Sie „flüssig“ der Prozesse für den potenziellen User aus ist, stellen sich jedoch auch Fragen, die mit so einer Umsetzung stellen:

Wie bekomme ich  die User dazu, sich  die Applikation auf das eigenen Smartphone zu laden?

….und genau hier könnte ein Hebel sein: durch die eigene Freunde. So toll diese Applikation auch wirkt, ein großer Aspekt wurde nicht mit eingeplant oder berücksichtigt. Die Hürde sich nur eine App auf das Handy zu laden um zu spenden ist doch schon relativ hoch. Wäre es nicht viel interessanter, die basierend Idee noch weiter zu denken und dem User die Möglichkeit zu bieten seine Freunde zur App einzuladen. Das Ziel könnte es beispielsweise sein, den Orang Utan, den Tiger, den Eisbär oder welches Tier auch immer gemeinsam spielerisch zu retten. Quasi ein Farmville für Weltretter und Facebook OpenGraph-Verlinkungen und dem ganzen Web2.0-Technologie-KlimBim.  Im gleichen Atemzug kann zusätzlich auch Telefonrechnung gespendet werden. So schlägt man etliche Natursünder mit einer Klappe:

– Werbung und Streuung für die App, mittels Freunde

– Spielspaß für die User

– Spenden für das WWF

Lasst uns die Welt retten!

Lukas Adda ||| The Digital Guide

Übrigens: wer sich für das Thema NGOs im Netz, Online-Fundraising und co. interessiert, dem empfehle ich den gleichnamigen Leitfaden:

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